Der Beitrag liegt schon lange in der Entwurfsschublade, nun endlich habe ich mir zum Jahreswechsel etwas Zeit genommen, um ihn fortzusetzen. Einen Abschluss wird er in der FifF-Kommunikation 1/2013 finden, für den ich einen Artikel über den Workshop schreiben werde.

Vom 09.–11.11.2012 lief die FIfF-Jahrestagung, einen Storify-Rückblick habe ich bereits gepostet. In diesem Post möchte ich aber noch einmal speziell auf meinen Vortrag und den Workshop am Nachmittag eingehen. Zu beiden wurden wir von Prof. Winzerling nach unserem Beitrag bei der Mensch und Computer eingeladen.

Workshop Header

Nachdem Christian Elternzeit-bedingt für die Vorbereitungen nicht zur Verfügung stand, der klassische Workshop-Aufruf floppte und anfänglich akquirierte Mitstreiter daraufhin absprangen, stand ich allein vor der Aufgabe, die 2mal 1,5h des Workshops zu füllen. Ich will nicht behaupten, dass mich Prof. Winzerling „bequatscht“ hätte, damit ich nicht auch noch hinschmeiße, aber er war es schon, der am Ball blieb und mir immer wieder sagte, dass unser Thema wunderbar zum FIfF und der thematischen Ausrichtung der Jahrestagung passen würde. Und dafür kann ich ihm rückblickend nur danken.

Und so beschloss ich, vor allem meine Erfahrungen aus L3T’s Work zu nutzen und den Workshop so zu gestalten, dass sowohl ich als auch die Teilnehmer (1) Spaß daran haben und (2) vor allem durch den Austausch voneinander profitieren können.

Die Vorbereitung

Das Gute ist nicht nur, dass ich mir bei L3T’s Work viel abschauen konnte, mit Sandra Schön hatte ich auch eine Ansprechpartnerin, die ihre Erfahrungen gern teilt: Neben den L3T’s Work-Veröffentlichungen (in der bildungsforschung und der L3T-OER-Reihe), Dokumentation der Vorbereitung inklusive Literaturempfehlungen in ihrem Blog und dem Hinweis auf ihr Medienquiz, dass ich dann für den Einstieg genutzt habe, habe ich von ihr und anderen lieben Web-Kollegen, wie Ellen Trude, Ralf Appelt oder Oliver Tacke, wertvolle Hinweise und Best-Practice-Tipps zu den ganz praktischen Aspekten der Workshop-Gestaltung erhalten. Bereits an dieser Stelle: Vielen lieben Dank dafür!

Dazu kommt, dass ich ja durchaus fähig bin, Sachen einfach abzuschauen.

Nimm Dir ein Beispiel, das Du gut findest und mache es dann einfach genauso

, sage ich meinen Studenten oft, aber das ist nicht immer leicht. So gehörten zur den konkreten Workshop-Vorbereitungen (neben dem vielen Grübeln und Planen):

  • den Moderationskoffer für das Wochenende zu sichern und Ausstattung prüfen (so habe ich bspw. noch Stifte nachgekauft, um sicher zu gehen, dass wirklich alle schreiben),
  • die Plakate zu malen. Schöne Abwechslung zur sonstigen Arbeit, aber ich war auch froh, als die 8 Plakate fertig waren,
  • die Posterrolle zu verteidigen (die an diesem Wochenende natürlich auch von anderen Kollegen gebraucht wurde) und
  • die Medienquiz-Kärtchen zu basteln.

Für letzteres habe ich mich ein wenig in die Geschichte der Medienkritik eingelesen, da bei den SoWePa-Vorträgen schnell der Social-Media-Verteufelungston mitschwingt oder bei den Zuhörern so ankommt (wer mich kennt und/oder googelt, weiß, dass das nicht beabsichtigt sein kann).

Der Vortrag

Während man bei anderen Vorträgen die kritische Betrachtung von Social Media erst einmal verteidigen muss, trifft man beim FIfF auf eine Zuhörerschaft, die sich schon seit fast 30 Jahren mit den gesellschaftlichen Auswirkungen von IT befasst. Orwell und Huxley, deren Gegenüberstellung ich für den Einstieg genutzt habe, haben die Mehrzahl der Zuhörer gelesen (im Gegensatz zum Publikum bei den Chemnitzer Medientagen, hier war Orwell bekannt und auch mäßig gelesen, Huxley kannten aber nur sehr wenige – die Kommunikationswissenschaftler und die, die es mal werden wollen, schienen diese eher zur Nerd-Literatur für Informatiker zu zählen). Überzeugungsarbeit musste ich hier also nicht leisten.

Nachdem ich die FIfF-Mitglieder bereits am Freitag etwas kennen lernen durfte, legte ich bei den letzten Vortragsvorbereitungen abends im Hotel den Schwerpunkt des Vortrags noch spontan auf die konkreten Phänomene um (was laut Rückblick des FifF selbst wohl gut ankam).

 

Cybermobbing schien mir doch schon sehr bekannt zu sein, aber vor allem zu Informationsvandalismus hatte ich in letzter Zeit einige Beispiele gesammelt: Falsche Fotos zum US-Ostküstenhurrikan Sally (12), angebliche HD-Bilder vom Mars-Roboter Curiosity oder schlichtweg falschen Berichten darüber, dass Facebook-Verweigerer nach psychologischen Studien potentielle Amokläufer wären. Ergänzt um die Problematik der Shitstorms und Filterbubbles sowie dem Schufa-Beispiel als konkrete wirtschaftliche Auswirkung und abgerundet durch unseren Klassifikationsansatz zeigte die Diskussion das rege Interesse an unserem Thema.

Woran erkenne ich denn jetzt, ob eine Information im Internet wahr ist oder nicht?

… war eine der für mich spannendsten Fragen. Ich hatte auch keine Antwort, nur eine Gegenfrage: „Woran erkennt man das denn im Fernsehen?“ Scripted Reality lässt die Zuschauer glauben, dass es sich um reale Sachverhalte handelt und wer einmal „Wag the Dog“ gesehen hat, weiß (hoffentlich), dass die kritische Auseinandersetzung mit sämtlichen Berichterstattungen angebracht ist.

Der Workshop

Den Workshop am Nachmittag hatte ich in zwei Teile untergliedert: Nach einer kurzen Vorstellungsrunde (bei denen ich die Medienquiz-Karten einsetzte) standen zwei Fragen im Raum:

  1. Woher: Was hat sich (bisher) durch Social Media verändert?, und
  2. Wohin: Was könnte sich dadurch (noch) verändern)?

 

Die Ergebnisse der Diskussionen dokumentiert durch die beschrifteten Plakate sind in der Diashow und auch in meinem Album mit allen Fotos bei Google+ zu finden. Eine (wohl eher persönliche) Auswertung folgt in der FifF-Kommunikation 1/2013 (, die seit diesem Treffen ihren Autoren die CC-BY-Lizenz empfiehlt, die ich auch wahrnehmen werde).

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ich möchte an dieser Stelle aber schon einmal dem FifF, den Workshop-Teilnehmern und allen Beratern im Vorfeld des Workshops danken. Das Workshop-Format hat sich für mich als wirklich interessant herausgestellt und hätte das „SoWePa“-Projekt eine tatsächliche Finanzierung und damit Platz  in meinem Arbeitsalltag würde ich so etwas gern mit einer größeren Gruppe wiederholen. Vielleicht/hoffentlich ergibt sich hierzu eine Gelegenheit.

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