Am letzten Freitag konnte ich unseren Beitrag „Towards a pathology of social media“ auf der DGI 2012 vorstellen. Mit unserer Einreichung hatten wir uns erstmals auf eine Konferenz gewagt, deren Teilnehmer eher nicht aus unseren Reihen stammen, sondern in diesem Fall aus den Informationswissenschaften.

Sowohl auf der GeNeMe11 als auch der Mensch und Computer 2011 war uns bewusst geworden, dass wir ohne eine interdisziplinäre Sicht auf die möglichen negativen Auswirkungen hier nicht weiterkommen. Also nix wie rein in die Höhle des Löwen…

Klar hätten wir die „alten“ Vortragsfolien entsprechend unseren Fortschritten überarbeiten und wiederverwenden können, aber eine Prezi ist eigentlich zukunftsträchtiger, da sie (1) auch für spätere Vorträge (hoffentlich) flexibler ist und (2) einfach mehr fetzt.


Towards a pathology of social media on Prezi

Die Diskussion und die Rückmeldungen zu unserem Vortrag verarbeiten wir nun nach und nach.

Direkt vor Ort habe ich ein sehr positives Feedback erhalten. Der Großteil der Zuhörer fand das Thema spannende und verfolgenswert. Es gab Hinweise darauf, doch auch einmal die Publikationsdatenbanken der Psychologen und Soziologen zu durchforsten (anders als in der IS-Forschung üblich ist hier die Sichtbarkeit auf Aggregatoren wie Google Scholar oder Mendeley wohl nicht so stark und sehr abhängig von den „Early Adopters“).

Von unseren „In-House“-Soziologen rund um Professor Voss hatten wir bereits die kritische Haltung bezüglich des Pathologie-Begriffs erfahren, da die negative Besetzung (also die Gleichsetzung mit Tod und Krankheit) zumindest im deutschen Sprachraum überwiegt. Ähnliche Rückmeldungen erhielten wir auch auf der DGI

Allerdings wurden wir hier auch auf den Begriff der Informationspathologie hingewiesen, der wohl in den Informationswissenschaften schon eine ganze Weile existiert und im Gegensatz zur (Psycho-)Pathologie nicht derart negativ verwendet wird. Krankheit, Störung, Pathologie… da ist die Begriffswelt der Informatik schon einfacher.

Unser persönliches Highlight

Wenn man in fremden Disziplinen einreicht läuft man ja immer Gefahr, dass an einerseits mit dem Rest der Konferenz nicht sehr viel anfangen kann und man zudem noch als Alien gilt, wenn man auch nur sagt, dass man eigentlich ja doch aus einer ganz anderen Ecke… aber doch irgendwie das gleiche… und man dachte… und überhaupt und sowieso. Auf der DGI2012 waren aber von vorn herein schon so viele Disziplinen vertreten, dass derartige Kritik nicht aufkam. Im Gegenteil: ich hatte ständig das Gefühl, dass gerade in den Informationswissenschaften das Zusammenspiel der Informatik und den Geisteswissenschaften wunderbar funktioniert.

Und nur so war es wohl möglich, dass wir auf einer anscheinend völlig fachfremden Disziplin tatsäch den zweiten Platz der Young Information Professionals Best Paper Awards bekommen haben, für den wir uns nochmals ganz herzlich bedanke möchten!

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