In dieser Woche erschien auf dem Blog ctrl+Verlust einen wirklich bemerkenswerten Post zum Wert eines Facebook-Accounts von Michael Seemann (@mspro), der hier nicht unerwähnt bleiben darf. Darin wird der Facebook-Account vor allem als digitales Pendant zum Ausweis betrachtet:

Facebook hat damit schon längst geschafft, was die Staaten – darunter auch Deutschland – gerade erst verzweifelt herzustellen versuchen: verbindliche Identifikation im Internet. Der ePersonalausweis, den der deutsche Staat seinen Bürgern anbietet, ist jedenfalls ein Ladenhüter. Und auch in anderen Ländern sieht es nicht besser aus. Die staatlichen Online-Identifikationsservices finden kaum eine Durchsetzung. Auf der anderen Seite hält Facebook immer öfter auch in behördlichen und offiziellen Gefilden Einzug. Der australische Supreme Court entschied bereits 2008, dass Gerichtspost auch per Facebookmessage als offiziell zugestellt gilt.

Es geht darin nicht nur darum festzustellen, dass viele Dienste bereits über nichts mehr als den Facebook-Account zugängig sind, es wird auch der urprüngliche Sinn von ausweisen und Personenregistern herangezogen und schließlich eine Vision der institutionsunabhängigen Queryology als zukünftiges Mittel zur Identifikation geschlossen. Auch wenn ich diese als Konsequenz noch nicht so sehe (vielleicht auch, weil sie mir doch etwas unheimlich ist), finde ich die Perspektive zum Facebook-Account interessant und gebe sie hiermit als Leseempfehlung mit ins Wochenende.

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