<ACHTUNG: MEINUNG>

Eigentlich finde ich es gut, dass sich Wikipedia und auch andere Unternehmen gegen den SOPA und PIPA aussprechen. Als diese Dienste (Facebook war auch dabei, zum Vorhaben selbst gab es eine Reihe von News-Beiträgen, z.B. von heise.de) die Idee äußerten, dann aus Protest einfach offline zu gehen, hielt ich das noch für rebellisch, bottom-up und reihte es im Kopf zunächst in die Schublade der Occupy-Bewegungen ein.

Schließlich ist da aber ein Gedanke, der mir nicht aus dem Kopf will: Was, wenn es um etwas anderes ginge?

Angenommen, die Atomstromproduzenten hätten mit dem Regierungsbeschluss gegen die Atomkraft einfach alle Werke abgeklemmt (mit dem Abschalten ist das ja bekanntlich etwas schwierig), hätte ich das auch rebellisch gefunden? Oder wenn Wikipedia sich dazu entscheiden würde, die deutschsprachigen Server abzuschalten, um den Rücktritt von Bundespräsident Wulff zu fordern. Oder wenn Facebook, Twitter oder sonstige Dienste das täten…?

Mittlerweile bin ich zu der Meinung übergegangen, dass der Zweck nicht die Mittel heiligen kann: Wikipedia reiht sich hier in eine Reihe von Lobbisten ein, die nicht mit Anreizen und Vergünstigungen für Politiker, wohl aber mit Drohungen arbeitet. Sorry, aber das geht nicht.

</ACHTUNG: MEINUNG>

So sieht Wikiprotest aus (Quelle: Wikipedia-SOPA-PIPABlackout-18-Jan-2012 von David Holmes, CC-BY)

Nun bin ich natürlich doch gespannt, was an diesem besonderen Tag ohne englische Wikipedia passiert. Mag das jemand wissenschaftlich betrachten und mit uns reflektieren? Wir sind ständig auf der Suche nach pfiffigen Studenten und Forschungskooperationen!

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