Beim Anschaun des Beitrags zur Facebook-Gesichtserkennung habe ich mich gefragt: „Wie wird das wohl in Zukunft sein, wenn sich Menschen begegnen?“ Klar ist, die technischen Möglichkeiten sehr viele Informationen über den Gesprächspartner oder vielleicht nur jemand der anwesend ist, zu bekommen stehen uns bald zur Verfügung. Mit Hilfe der Techniken des Social Engineerings lassen sich auch viele Infos über Menschen besorgen, die von sich aus wenig im Netz preisgeben („zeig mir Deine Freunde und ich sag Dir wer Du bist“). Wie verändert diese Situation dann unser Miteinander? Wie verändern sich Begegnungen, wenn ich durch einen Background-Check vorher schon alles über meinen potenziellen/zukünftigen Gesprächspartner rausfinden kann und dann mit einer vorgefassten Meinung ins Gespräch einsteigen kann? Bin ich dann noch dialogbereit? Bin ich dann noch bereit mich von den Argumenten des anderen überzeugen zu lassen?

Stellt Dir vor, Du sitzt im Café und hält’s Dein iPhone mit der Kamera in die Menge der vorüberlaufenen Menschen. Auf dem Display siehst Du dann über jeder Person eine Tag-Cloud mit den wesentlichen Konzepten die in Verbindung mit dieser Person steht, vielleicht verdichtet zu jeweils einem Attribut: Hindu, Homo, Hausfrau, Hartz-IV. Ist dann noch eine unvoreingenommene Begegnung möglich, in der man den anderen langsam kennen lernt auf Basis dessen, was er/sie von sie preisgibt, was ich erfrage, wie sich das Gespräch entwickelt? Jeder Äußerung würde ich doch sofort unter den Aspekten, der mir bekannten Hintergründe bewerten – od sie zutreffend sind oder nicht steht da noch nicht mal mehr zur Debatte…

Ich finde, daraus ergeben sich höchst interessante Forschungsfragen, denen wir mal nachgehen sollten. Wer will uns bei der Konzeption unterstützen? Wer kennt Arbeiten zu diesen Themen?

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