„Meine“ Google+ Community hat mich auf einen interessanten Blogbeitrag mit noch interessanteren Kommentaren gestoßen: In Liebe Geisteswissenschaftler, auf HIER, geschrieben von Michael Seemann, klagt er eben diese an.

„Ich habe ein Problem mit Euch, dem denkfaulen, behäbigen und selbstgerechten Personal, das bräsig in der Uni sitzt, Paper über über Themen schreibt, die keinen interessieren und die keiner liest, während die Welt sich rasant verändert. Eine Veränderung, die tragischer Weise nur aus einer Richtung kommt, in die Ihr Geisteswissenschaftler verpasst habt, zu gucken.“

Klar geht es um die moderne Gesellschaft, deren Strukturen und Arbeitsweisen, und somit auch um unser Thema: Social Media. Sozialwissenschaftler sollten sich doch bitte auch um Social Networks kümmern, Literaturwissenschaftler „literarische Blogs“ lesen und Philosophen den Sinn der schönen neuen Welt erschließen.

Ich verstehe die Intension sehr gut: Nicht selten denken wir: Also dazu muss es aber nun wirklich schon etwas geben – und verlieren uns in den uns unbekannten Gefilden geisteswissenschaftlicher Journals und Konferenzbände. Die Kommentare zum Post geben aber Hoffnung, dass hier tatsächlich etwas passiert, als Beispiele werden Danah Boyd, Jan-Hinrik Schmidt, die Arbeit In den Unterwelten des Web 2.0: Ethnografie eines Imageboards (PDF) von Nils Löber, Projekte wie Small World genannt. Die werde ich mir demnächst mal mit anschauen.

Wir bleiben auf alle Fälle dran und freuen uns immer über Hinweise und Ideen, gern auch  potentielle Kooperationen. Wir wissen, dass wir dieses interdisziplinäre Gebiet nicht allein erschließen können, wir haben aber schon einmal den Spaten in der Hand und sind bereit zugraben…

Advertisements