Die FAZ (Schirmmacher 2011) berichtet über eine Studie (Sparrow et al. 2011) über „die digitale Demenz“.

„Wir vergessen Dinge, von denen wir wissen, das wir sie online finden können; und wir behalten solche, die wir nicht im Netz sammeln können. […] Unsere Spezies wird künftig eben das Internet brauchen, um sich erinnern zu können.“

Laut der FAZ leidet selbst unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel „unter dem Druck moderner Echtzeitkommunikation“, iPhones mit Twitter und/oder Facebook-App werden in dem Berich als „Erweiterung [des] Körpers“ bezeichnet.

„Wie die Konsensherstellung bei Freunden mit dem ‚Weißt du noch?‘ ist es jetzt der Link, der im sozialen Netzwerk oder in einem Artikel diese spezifische Form von Vergangenheit heraufruft.“

Wir vergessen also, weil wir speichern können. Dabei konnten wir das schon vor Social Media: Mit Stift und Papier. Anders ist wieder einmal die Geschwindigkeit, mit der die Informationen gespeichert, abgerufen und mit anderen geteilt werden können, sowie die allgegenwärtige Verfügbarkeit durch mobile Geräte. Die Studie (auf die ich leider nicht abrufen kann, ich muss mich also auf die FAZ verlassen), bezieht sich dabei auf die Veränderungen im Merkverhalten von Individuen, daher auch die

→ Einordnung: Gedächtnisstörung durch Exposition des Individuums.

Sparrow, Betsy; Liu, Jenny & Wegner, Daniel M (2011): Google Effects on Memory: Cognitive Consequences of Having Information at Our Fingertips. In: Science 333(6040), S. 277 . Online: http://www.sciencemag.org/content/early/2011/07/13/science.1207745 [Stand:  27.07.2011]

Schirmmacher, Fank (18.07.2011): Leben im Takt des Internets: Die Revolution der Zeit. In: FAZ.NET. Online: http://www.faz.net/artikel/C30833/leben-im-takt-des-internets-die-revolution-der-zeit-30466311.html [Stand:  27.07.2011]

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