„Jugendliche pöbeln auf der anonymen Lästerseite iShareGossip in bisher ungekanntem Ausmaß. […]

[…] Doch bei iShareGossip fallen sämtliche Schamgrenzen. In Einträgen werden Jungen bloßgestellt, die angeblich in der Umkleidekabine onanieren. Mädchen lesen über sich, mit wie vielen Jungen sie angeblich schon Sex hatten und in welcher Variante sie ihn am liebsten praktizieren. […] An zwei Gymnasien blieben die Klassenräume für einen Tag leer, nachdem jemand auf der Plattform Amoklaufdrohungen gepostet hatte. Am vergangenen Wochenende wurde ein 17-Jähriger von 20 Jugendlichen zusammengeschlagen, nachdem er die Online-Peiniger seiner Freundin zur Rede gestellt hatte.“ [1]

Das gegenseitige Mobbing von Schülern ist nichts neues und nahm auch immer schon extreme Züge an. Neu ist aber die Reichweite, mit der Mobbing heute verbreitet werden kann. Nicht nur vor der ganzen Klasse oder Schule, sondern vor der ganzen (vernetzten) Welt gemobbt zu werden wirkt sich verständlicherweise nachhaltig auf junge Menschen aus, dürfte aber auch Erwachsenen, z.B. gemobbten Lehrern, schwer zusetzen. Und nicht nur das: „Können Sie denn mit Stress umgehen? Ich habe da von Ihren ehemaligen Mitschülern etwas gelesen…“ könnte in zukünftigen Bewerbungsgesprächen ein spannendes, aber unangenehmes Thema sein.

→ Einordnung: Soziologische Störungen durch Exposition der Gesellschaft. Als Auswirkung davon sind auch Befürchtungen und Zwänge durch Exposition des Individuums denkbar.

  1. Trenkamp, Oliver (25.03.2011): Mobbing im Internet: Share dich fort! In: Schulspiegel, Spiegel Online. Online: http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,753034,00.html [Stand: 17.06.2011]
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